Tag 100: Olé, Olé, Olé

Mai 20, 2010

100 Tage sind um und da das Wort Olè etymologisch von Allah abstammt und ich mich in einem größtenteil islamischen Land befinde, finde ich es angebracht so meine Freude über 100 Tage voller fantastischen Erfahrungen und Erlebnisse kundzutun.

Nachtrag Syrien:
Wollt eben nur zwei kurze, aber interessante, Dinge hinzufügen. Ich mag es neue Gerichte zu probieren und einfach auf gut Glück Speisen zu bestellen. In Aleppo habe ich deswegen Lamb Spine bestellt. Ich hatte vergessen was Spine übersetzt bedeutet und somit habe ich das bekommen, was ihr im unteren Eintrag als „iiiiiihhh“ gekennzeichnetes Bild sehen könnt.
Spine bedeutet Spinal und ich habe somit zum ersten Mal in meinem Leben Lammspinalnerven gegessen. Es schmeckte furchtbar und ich habe es auch nicht aufgegessen. Die Dinger sehen aus wie Würmer aber bekommen nach einigen Bissen einige sandige Konsistenz und bleiben in den Zähnen kleben. Nicht zu empfehlen
Der zweite Nachtrag ist ein wundervolles Zitat von dem Hotelbesitzer, auf dem Dach wir den Geburtstag von Bruce gefeiert haben. Um 5 Uhr morgens verabschiedet er sich von mir mit den Worten „I am a good Muslim, so I am totally drunk. Have a good night sleep“. Fand ich witzig!

Der Unialltag hatte mich schnell wieder und ich durfte auch weitere Referate lauschen. Dabei durfte ich ein weiteres Highlight erleben bei dem ernsthaft bei einem Referat die Quelle http://www.google.com angegeben wurde. Über wikipedia.com wundere ich mich schon gar nich mehr, aber google is nich mehr zu toppen!

Diesmal war ich nicht krank und ich habe das zweite Midterm bei Makroökonomie mitgeschrieben. Habe sehr viel gelernt, aber es war dennoch sehr schwer. Habe mich im Anschluss mit dem Besuch des letzten Fussballheimspiels meines Lokalteams Besiktas belohnt. Wir haben 2-0 gewonnen und es war sehr amüsant zu sehen wie inbrünstig die Türken den Sport zelebrieren. Danach ging es wieder einmal nach Taksim und danach zu Brent, ein guter Freund aus den Vereinigten Staaten, mit dem ich bis zum Morgengrauen Tavla spielte.

Letzte Woche hatte ich meine erste Couchsurfing Hostingexperience. Martin, ein Uruguayer der in Spanien lebt, reist seit etlichen Monaten mit dem Fahrrad durch Europa und ist nun nach 4.100 Kilometern in Istanbul angekommen. Er hat zwei Tage bei mir übernachtet und ich habe ihm meine Universität gezeigt und bin mit ihm zum Dolmabahce Palace gegangen. Es war eine sehr gute Erfahrung und ich bin froh das ich ein wenig der Community zurückgeben konnte, da ich bis Martins Ankuft immer nur das Surfen und nicht das Hosten wahrgenommen habe. Er hat seine Dankbarkeit mit vielen ausgegebenen Bieren und seiner Zufriedenheit über die gute Zeit in meiner WG ausgedrückt.

Hier könnt ihr einige Bilder vom Dolmabahce Palace Euch anschauen. In diesem Palast ist Atatürk 1937 gestorben und wurde danach nach Ankara geschippert um ihn dort beizusetzen. Apropo Atatürk, der Kerl ist ja normalerweise überall zu sehen aber gestern war der Tag der Sport und der Jugend und es ist ein richtiges Propagandafeuerwerk. Man sieht überall riesige Flaggen über Hochhäuser gespannt, Wimpel überall und jedes fünfte Haus hat einen riesiges Atatürk Banner gehisst. Man sieht viel mehr Flaggen als in den USA und das soll ja schon einmal was heißen. So wie ich das von einem Türken erklärt bekomme habe, hat Atatürk an dem Tag auf irgendeinem Boot beschlossen nicht im etablierten politischen System sich zu engagieren, sondern in einer anti-osmanischen Organisation, den Jungtürken, aktiv zu werden.  Deswegen gab es überall gestern Sportfeste und es war sehr viel los in der Stadt. Ich habe den freien Tag dazu genutzt zum Topkapi (i ohne Punkt) Palace zu gehen. Dieser ist im Gegensatz zum Dolmabahce Palace sehr oriental und verfügt nebst schönen Gärtern, prächtigen Artefakten auch über einen riesigen Harem. Ich kann nun von mir behaupten, dass ich Mohammeds Barthaare und noch en paar heilige Reliquien gesehen habe. Diese weltlichen Reliquien habe mich jedoch zugegebenermaßen wenig spirituell beeindruckt. Nichtsdestotrotz war der Besuch höchst interessant und die Geschenke die über 100 von Jahren den Sultanen überreicht wurden waren äußerst beeindruckend.

Das letzte Wochenende bevor dem Endspurt in die Klausurenphase steht an und ich habe einiges vor. Morgen werden wir vermutlich mit um die zehn Leuten Paintball spielen gehen. Habe das noch nie gemacht und bin neugierig wie das wird. Am Samstag werde ich mich mit einer türkischen Freundin von mir in Ortakoy treffen und ein Segelbootwettrennen beiwohnen. Am Sonntag steht der Redbull Flugtag an, bei dem Hobbybastler mit surrealisitschen Apparaturen versuchen so weit wie möglich über den Bosporus zu fliegen. Das könnte interessant werden.

Zu guter Letzt werde ich endlich auch die musikalischen Angebot Istanbuls wahrnehmen. Am Ende des Monats gehe ich zu einem Konzert von Paul Kalkbrenner, welcher ein bekannter Elektro-Minimal DJ in Deutschland ist. Zum Zweiten habe ich gestern Karten für den Freitag des Sonisphere Festival gekauft. Ich werde endlich einmal Rammstein live hören. Das wird episch. Ja, Mudder du kannst jetzt ruhig neidisch werden. MEIN HERZ BRENNT! ;-)  Ein weiteres Highlight ist der Auftritt von Stone Sour. Am 27 Juni findet das Konzert statt. Werde vermutlich keine Bilder machen, weil meine Kamera wohl dabei zerstört würde.

Eine Antwort to “Tag 100: Olé, Olé, Olé”

  1. Anonymous said

    Hallo Wolf, ich bin mehr als neidisch, ich bin außer mir. Ich komme nach Istanbul und bringe auch einen Stuhl für mich mit.
    So geht es nicht … ,das ist ein Diskriminierung Deiner Alten gegenüber.

    Pfui, pfui

    Irma

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